Die große Tauro-Runde: Lapas-Pass, Tauro-Schlucht und Canal de las Niñas

14 Kilometer, 1.037 Höhenmeter, schwer – und eine der schönsten Rundwanderungen im Südwesten Gran Canarias. Diese Route verbindet drei Highlights des Monumento Natural de Tauro in einem einzigen Tag: den Lapas-Pass (Degollada de las Lapas) mit seinem Blick in den Barranco de Mogán, den atemberaubenden Pfad durch die Tauro-Schlucht auf dem PR-GC 45, und den langen Rückweg direkt am Canal de las Niñas entlang – mit sensationellen Ausblicken auf das Soria-Tal und den größten Stausee der Kanaren.

Canal de las Niñas beim Montaña de Tauro.
Canal de las Niñas beim Montaña de Tauro.

Startpunkt ist wie bei allen Tauro-Routen der kleine Stausee Presa del Salto del Perro auf 923 Metern. Schon die Anfahrt über die enge GC-605 ist ein Erlebnis. Die Tour beginnt auf dem gepflasterten SL-2, steigt durch Kiefernwald auf, führt über die Lapas-Hochebene zur Degollada de las Lapas, durch die Tauro-Schlucht, quert in den Barranco de Arguineguín und kehrt über den Kanal zurück. Ein vollständiger Querschnitt durch das Tauro-Massiv.

Große Tauro-Runde auf einen Blick

Streckenlänge14,0 km (Rundwanderung)
Schwierigkeitschwer – schwindelfrei, trittsicher, gute Grundkondition
Gehzeitca. 4:45 bis 5:45 Stunden
Höhenmeter Aufstieg1.037 hm
Höhenmeter Abstieg1.037 hm
Höchster Punkt1.170 m
Niedrigster Punkt739 m (Startpunkt Presa del Salto del Perro)
StartpunktAusgeschilderter Ausgangspunkt GC-605/GC-200, ca. 1,1 km ab Kreuzung
WegmarkierungPR-GC 45
RoutentypRundwanderung
SchutzstatusMonumento Natural de Tauro, ZEPA-Vogelschutzgebiet
Beste ReisezeitOktober bis April – im Sommer sehr heiß
WasserMindestens 2 Liter – keine Versorgung unterwegs
BesonderheitLapas-Pass + Tauro-Schlucht + Canal de las Niñas + Soria-Stausee-Blick
Die Wanderung führt über die karge Hochebene des Montaña Tauro – weites, offenes Gelände, das nur wenig Schatten bietet.
Die Wanderung führt über die karge Hochebene des Montaña Tauro – weites, offenes Gelände, das nur wenig Schatten bietet.

Anfahrt und Startpunkt

Von Maspalomas führt die Anfahrt zunächst über die GC-1 und anschließend über die GC-200 Richtung Mogán. Etwa 2 Kilometer hinter dem Ort zweigt rechts die GC-605 ab. Dieser kurvenreichen Bergstraße folgt man rund 8,5 Kilometer bis zur Kreuzung, dort rechts Richtung Barranquillo Andrés. Nach weiteren 1,1 Kilometern befindet sich der ausgeschilderte Ausgangspunkt auf der rechten Straßenseite. Der Parkplatz ist kostenlos.


Hinweis zur Anfahrt: Der Startpunkt ist nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Tour setzt eine Anreise mit dem PKW oder Mietwagen voraus.

Die Wanderung in vier Abschnitten

Die Route folgt zunächst dem SL-2, dann dem PR-GC 45 durch die Tauro-Schlucht. Der Kanalabschnitt hat keine offizielle Wegmarkierung – GPS-Track hilfreich.

Steinsäule am Montaña de Tauro
Steinsäule am Montaña de Tauro

Abschnitt 1: SL-2, Kiefernwald und Degollada de las Lapas

Vom Ausgangspunkt dem gepflasterten SL-2 ca. 120 m folgen, dann links abbiegen. Steil bergauf durch lichten Kiefernwald. Nach ca. 1,9 km erreicht man die Geländekante. Rechts abbiegen: Der Abstieg in die Lapas-Schlucht beginnt. Über die karge Hochebene bergab zum Rastplatz und Aussichtspunkt an der Degollada de las Lapas

Die Aufstiegsroute zum Montaña Tauro belohnt mit einem weiten Panorama – am Horizont zeichnet sich die Silhouette Teneriffas ab.
Die Aufstiegsroute zum Montaña Tauro belohnt mit einem weiten Panorama – am Horizont zeichnet sich die Silhouette Teneriffas ab.

Die Degollada de las Lapas ist ein stiller Pass auf ca. 850 Metern, von dem aus sich der Blick weit in den Barranco de Mogán öffnet. Das Tal ist grün, tief, still – ein eindrucksvoller Kontrast zum kargen Kiefernwald oben.

Von der Degollada de las Lapas öffnet sich der Blick in den Barranco de Mogán
Von der Degollada de las Lapas öffnet sich der Blick in den Barranco de Mogán

Abschnitt 2: PR-GC 45 durch die Tauro-Schlucht

In der Lapasschlucht links abbiegen und dem Wanderweg PR-GC 45 Richtung Degollada de Cortadores folgen. Zunächst auf der Hochebene zwischen Barranco de Taurito und Barranco de Tauro. Der Weg ist gut ausgebaut und offiziell ausgeschildert.

Aussicht auf Tauro-Schlucht vom Wanderweg PR GC-45
Aussicht auf Tauro-Schlucht vom Wanderweg PR GC-45

Dann: der Abstieg in die Tauro-Schlucht. Ein atemberaubender Pfad – rechts und links fallen die Felsen steil ab. Schwindfreiheit ist gefragt. Die Ausblicke in die Tiefe der Schlucht und auf die steilen Felswände sind eindrucksvoll. Weiter auf dem PR-GC 45 nach dem Schluchtabschnitt. Nach ca. 1,7 km PR-GC 45 nach links verlassen

Wanderweg bei der Degollaga de las Yeguas
Wanderweg bei der Degollaga de las Yeguas

Abschnitt 3: Canal de las Niñas – der Rückweg

In den Barranco de Arguineguín (Soria-Schlucht) einbiegen. Hier beginnt einer der schönsten Abschnitte der gesamten Tour: Der Canal de las Niñas führt für ca. 3,3 km direkt an den Felswänden der Schlucht entlang. Ein historischer Bewässerungskanal, der Wasser aus dem Hochland in das Soria-Tal transportiert – über weite Strecken in abenteuerlicher Lage.

Schroffe Felsklippen prägen das Monumento Natural de Tauro
Schroffe Felsklippen prägen das Monumento Natural de Tauro

Sensationell sind die Ausblicke auf das Soria-Tal und die Staumauer der Presa de Soria – dem größten Stausee der Kanarischen Inseln. Das türkisblaue Wasser in der tiefen Schlucht, eingerahmt von Basaltwänden, leuchtet bei Sonnenlicht. Ein Moment, der die ganze Tour lohnt.

Die Wanderung verläuft entlang des Kanalwegs des Canal de las Niñas
Die Wanderung verläuft entlang des Kanalwegs des Canal de las Niñas

Abschnitt 4: Rückweg auf der Straße

Am Ende des Kanalwegs rechts auf die Straße abbiegen. Nach ca. 200 m die Carretera El Pinar erreichen. Dieser folgt man ca. 2 km bergauf bis zum Ausgangspunkt. Beim Aufstieg noch einmal schöne Ausblicke auf das Barranquillo Andrés und den Berg El Montañon

Vom Mirador El Piquillo fällt der Blick auf die Staumauer von Soria
Vom Mirador El Piquillo fällt der Blick auf die Staumauer von Soria

Das Monumento Natural de Tauro: Natur und Geschichte

Das Monumento Natural de Tauro ist ein 1.256,6 Hektar großes Naturdenkmal in der Gemeinde Mogán. Es liegt auf einem großen Bergmassiv im Südwesten Gran Canarias und enthält zahlreiche Schluchten, die in die größeren Schluchten von Tauro, Taurito, Mogán und Arguineguín münden.

Trockenmauer-Anlage Iglesia de los Canarios
Trockenmauer-Anlage Iglesia de los Canarios

Der kulturelle Wert ist außergewöhnlich hoch: Das Gebiet war ein altes zeremonielles Zentrum der Ureinwohner Gran Canarias. Die Iglesia de los Canarios – eine Trockenmauer-Anlage auf dem Gipfelplateau – ist die bekannteste Hinterlassenschaft. Das Naturdenkmal ist als ZEPA-Vogelschutzgebiet ausgewiesen und Teil des Kanarischen Netzes geschützter Naturräume.

Der Canal de las Niñas: Altes Wasserrecht im Fels

Der Canal de las Niñas ist ein historischer Bewässerungskanal, der Wasser aus dem Hochland des Südwestens durch die Schluchten des Barranco de Arguineguín in das Soria-Tal und weiter in die Landwirtschaft leitet. Er verlaufenden größtenteils hoch an den senkrechten Felswänden – eine technische Meisterleistung aus einer Zeit, in der Wasser die wertvollste Ressource Gran Canarias war. Der Canal de las Niñas ist ein sichtbares Zeugnis des komplexen Wasserrechts der Kanarischen Inseln, das bis heute in Teilen gültig ist.

Wanderweg am Canal de las Niñas
Wanderweg am Canal de las Niñas

Flora und Fauna

Die Route führt durch unterschiedliche Vegetationszonen: Lichter Kanarischer Kiefernwald am SL-2-Aufstieg, karge Lapas-Hochebene mit Tabaibas und Wolfsmilch und der Rotbraunen Leuchterblume (Ceropegia fusca), Schluchtvegetation mit Aeonium und Farnen am Kanalabschnitt. Das ZEPA-Schutzgebiet beherbergt Wanderfalken, Turmfalken und Habichte. Die Kanarische Eidechse (Gallotia stehlini) ist allgegenwärtig auf den Felsen.

Rotbraune Leuchterblume (Ceropegia fusca)
Rotbraune Leuchterblume (Ceropegia fusca)

Beste Reisezeit

Herbst (Okt–Nov)Angenehme Temperaturen, gute Sicht – sehr empfehlenswert
Winter (Dez–Feb)Kühl, klare Fernsicht auf Soria-Stausee – optimal
Frühling (Mär–Mai)Milde Temperaturen – sehr gut
Sommer (Jun–Sep)Sehr heiß – nur mit sehr frühem Start und viel Wasser
Blick entlang des Canal de las Niñas Richtung Soria.
Blick entlang des Canal de las Niñas Richtung Soria.

Ausrüstung

SchuhwerkFeste Bergwanderschuhe – Schlucht, Kanalweg und Lapas-Hochebene
WasserMindestens 2 Liter – keine Versorgung unterwegs
SchwindfreiheitGefragt – Tauro-Schluchtenabschnitt ist exponiert
SonnenschutzHut, Brille, Creme – Kanalweg und Hochebene ohne Schatten
ProviantFür 4:45–5:45 Stunden – keine Einkehrmöglichkeit

Kombinationsmöglichkeiten

Montaña Tauro + Canal 11,4 km, schwer – kürzere Variante ohne Lapas-Pass
Degollada Lapas + Gipfel11,4 km, moderat – mit Gipfelbesteigung statt Kanalweg
Barranco de Tauro bis Meer20,1 km, schwer – die ganze Schlucht bis zur Küste
Montaña de Tauro solo5,4 km, moderat – nur Gipfelbesteigung als Einstieg
Wanderung  Montaña Tauro - Barranco de Tauro im Südwesten Gran Canarias.
Wanderung Montaña Tauro – Barranco de Tauro im Südwesten Gran Canarias.

GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track – inklusive Höhenprofil, Wegpunkte, GPX-Download – findet man auf der Routenseite bei Sunhikes:

Zur Routenseite auf Sunhikes: Rundwanderung Montaña de Tauro über Degollada de las Lapas und Canal de las Niñas

Wer die Route individuell anpassen möchte, kann das im 3D-Routenplaner von Sunhikes tun:

Eigene Route planen – 3D-Routenplaner von Sunhikes

Praktische Tipps

Lapas-Pass als Rastpunkt: Die Degollada de las Lapas ist nach ca. 3,5 km der erste natürliche Rastplatz. Die Aussicht in den Barranco de Mogán ist von hier besonders schön – Zeit nehmen.

Kanalweg-Navigation: Der Canal de las Niñas-Abschnitt hat keine offizielle Markierung. Den GPS-Track eng verfolgen, besonders beim Einstieg in den Barranco de Arguineguín.

Früh starten: Vor 7 Uhr aufbrechen – der Kanalweg und der Rückaufstieg sind in der Mittagshitze anstrengend.

1.037 hm: Diese Tour ist physisch fordernd. Wer unsicher ist, beginnt mit der moderateren Wanderung über den Lapas-Pass auf den Gipfel: (744 hm) als Vorbereitung.

Die Presa Salto del Perro markiert den Ausgangspunkt der Tauro-Wanderungen
Die Presa Salto del Perro markiert den Ausgangspunkt der Tauro-Wanderungen

Häufige Fragen zur großen Tauro-Runde

Was ist der Unterschied zur kürzeren Variante Tauro-Schlucht und Canal de las Niñas?

Die kürzere Variante Tauro-Schlucht und Canal de las Niñas (11,4 km, 1.043 hm) verzichtet auf den Abstecher über die Degollada de las Lapas und führt direkter in die Tauro-Schlucht. Dadurch ist sie mit rund 11,4 Kilometern etwas kürzer. Die hier beschriebene Große Tauro-Runde erweitert die Strecke auf 14 Kilometer und ergänzt die Wanderung um den aussichtsreichen Lapas-Pass mit seinem weiten Blick in den Barranco de Mogán. Wer möglichst viele landschaftliche Höhepunkte des Tauro-Massivs an einem Tag erleben möchte, findet in dieser Runde die abwechslungsreichere Variante.

Wie exponiert ist der Tauro-Schluchtenabschnitt?

Der PR-GC 45 durch die Tauro-Schlucht hat einige exponierte Passagen, bei denen die Felsen links oder rechts steil abfallen. Schwindfreiheit ist empfohlen. Für trittsichere Wandernde ohne Höhenangst ist der Abschnitt gut begehbar.

Wann ist der Blick auf den Soria-Stausee am schönsten?

Der Blick auf den Soria-Stausee vom Kanalweg aus ist morgens am schönsten – wenn die Sonne den Stausee von der richtigen Seite beleuchtet. Bei einem Frühstart ist dieser Abschnitt ca. ab 11–12 Uhr erreichbar.

Benötigt man für den Canal de las Niñas einen GPS-Track?

Der größte Teil der Wanderung verläuft auf gut erkennbaren Wanderwegen. Der Abschnitt entlang des Canal de las Niñas besitzt jedoch keine durchgehende offizielle Wegmarkierung. Ein GPS-Track ist deshalb empfehlenswert, um insbesondere die Abzweige und den Einstieg in den Kanalweg problemlos zu finden.

Ist die Große Tauro-Runde auch für geübte Wandernde geeignet?

Die Tour richtet sich an konditionsstarke Wandernde mit guter Trittsicherheit. Mit 14 Kilometern, über 1.000 Höhenmetern und mehreren ausgesetzten Passagen verlangt sie deutlich mehr Ausdauer als die moderaten Tauro-Routen. Wer das Tauro-Massiv erstmals kennenlernen möchte, startet am besten mit der kürzeren Gipfelrunde über die Degollada de las Lapas und wagt sich erst anschließend an diese anspruchsvollere Kombination aus Lapas-Pass, Tauro-Schlucht und Canal de las Niñas.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

Weiterführende Informationen zu Gran Canaria und seinen Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Insel:

www.sunhikes.com