Chira, Soria, Las Niñas: Die große Stauseen-Runde des Inselinneren

Gran Canaria hat drei große Stauseen – und diese Wanderung besucht alle drei in einem Tag. Sie beginnt und endet am Chira-Stausee, dem zweitgrößten Stausee Gran Canarias. Dazwischen: der steile Abstieg zur Presa de Soria, dem größten Stausee der Kanaren, mit türkisblauem Wasser und senkrechten Felsformationen. Dann der Aufstieg zum Stausee Cuevas de Las Niñas, der legendäre Pino de Casandra mit seiner Hexenlegende, und die Cascada Bonita de Soria. 15,5 Kilometer, 1.002 Höhenmeter, schwer – und eine der eindrucksvollsten Wanderungen des Inselinneren.

Der Chira-Stausee ist Ausgangspunkt der Wanderung.
Der Chira-Stausee ist Ausgangspunkt der Wanderung.

Die Route verläuft auf dem gut markierten Wanderweg S-60. Trotzdem: Im Barranco de Soria kann das GPS-Signal auf zwei Abschnitten verloren gehen und die Vegetation ist zeitweise dicht. Der Aufstieg aus der Schlucht ist fast einen Kilometer lang und kann durch Erdrutsche unberechenbar werden. Nur für erfahrene Bergwandernde mit guter Kondition. Früher Start ist Pflicht.

Wanderung Drei Stauseen auf einen Blick

Streckenlänge15,5 km (Rundwanderung)
Schwierigkeitschwer – schwindelfrei, trittsicher, streckenweise weglos, gute Kondition
Gehzeitca. 5:30 bis 6:30 Stunden
Höhenmeter Aufstieg1.002 hm
Höhenmeter Abstieg1.002 hm
Höchster Punkt965 m (Startpunkt Chira-Stausee, GC-604 km 8)
Niedrigster Punkt547 m (Barranco de Soria / Stausee Soria)
StartpunktParkplatz Staumauer Chira, GC-604 km 8, San Bartolomé de Tirajana
WegmarkierungS-60 – streckenweise weglos im Barranco de Soria
RoutentypRundwanderung
GPSSignal kann auf zwei Abschnitten verloren gehen – GPS-Track Pflicht
MobilfunkBarranco de Soria: teilweise kein Empfang
Beste ReisezeitOktober bis April – Hitze im Sommer extrem; früh starten
Wasser und ProviantFür 5:30–6:30 Stunden – keine Versorgung unterwegs
BesonderheitChira + Soria + Las Niñas + Cascada Bonita + Pino de Casandra
Die Wanderroute verläuft über das Hochplateau beim Barranquillo Morro de Gonzalo im Bergland Gran Canarias.
Die Wanderroute verläuft über das Hochplateau beim Barranquillo Morro de Gonzalo im Bergland Gran Canarias.

Anfahrt und Startpunkt

Der Startpunkt liegt direkt am Parkplatz neben der Staumauer des Chira-Stausees, an Kilometer 8 der Landstraße GC-604. Von Las Palmas über die GC-21 nach San Mateo, dann über die GC-60 und GC-604. Von Maspalomas über San Bartolomé de Tirajana und die GC-60 bergauf. Der Parkplatz ist kostenlos. Aktuelle Busverbindungen unter Guaguasglobal.com – Busverbindungen San Bartolomé de Tirajana / Soria

Die Wanderung in fünf Abschnitten

Die Route folgt dem Wanderweg S-60. Im Barranco de Soria auf bewirtschaftete Terrassen, Wassergräben und die Bewegungsspuren des Weges achten – GPS-Track unverzichtbar.

Abschnitt 1: Abstieg vom Chira-Stausee nach Soria

Am Parkplatz der Staumauer Chira beginnt der Abstieg. Auf dem alten Wanderweg S-60 geht es stetig und steil bergab. Bereits im oberen Abschnitt der Wanderung passiert der Weg mehrere kleinere Wasserbauwerke des historischen Speicher- und Kanalsystems rund um den Chira-Stausee. Diese Becken und Staumauern dienten über Jahrzehnte der Wasserspeicherung und -verteilung und vermitteln einen guten Eindruck von der aufwendigen Wasserwirtschaft im Inselinneren Gran Canarias.

Blick auf Soria mit der Staumauer, einer der größten Talsperren Gran Canarias.
Blick auf Soria mit der Staumauer, einer der größten Talsperren Gran Canarias.

Besonders eindrucksvoll ist der Risco del Agujero – eine markante Felswand mit einem Felsbogen. Vom Aussichtspunkt Risco Agujero öffnet sich ein spektakulärer Blick auf den türkisblauen Stausee Soria und das Barranquillo Andrés tief unten.

Ein Felsbogen am Wanderweg erinnert in seiner Form an einen Vogel – eine kuriose Laune der Natur.
Ein Felsbogen am Wanderweg erinnert in seiner Form an einen Vogel – eine kuriose Laune der Natur.

Abschnitt 2: Stausee Soria und Ort Soria

Am Stausee angekommen passiert man die Staumauer der Presa de Soria – ein imposantes Bauwerk, 42 Meter hoch. Das türkisblaue Wasser des größten Stausees der Kanarischen Inseln leuchtet im Sonnenlicht. Man durchquert den kleinen, charmanten Ort Soria mit seinen weißen Häusern und Orangengärten. Bei starken Regenfällen tritt hier der Soria-Wasserfall in Erscheinung – wenn der Stausee überläuft, stürzt das Wasser spektakulär über die Staumauer.

Die gewaltige Staumauer von Soria – eingebettet in die Berglandschaft Gran Canarias.
Die gewaltige Staumauer von Soria – eingebettet in die Berglandschaft Gran Canarias.

Nach wenigen hundert Metern links auf die Asphaltstraße abbiegen. Auf der Sonnenseite führt der gut gepflegte Wanderweg S-60 bergauf.

Der Wanderweg S-60 verläuft hoch über Soria im Bergland Gran Canarias.
Der Wanderweg S-60 verläuft hoch über Soria im Bergland Gran Canarias.

Abschnitt 3: Cascada Bonita und Pino de Casandra

Bergauf, vorbei am Wasserfall Cascada Bonita de Soria – nach Regenfällen ein beeindruckendes Schauspiel, in der Trockenzeit eine stille Felswand. Der Aufstieg führt auf eine Anhöhe, von der aus der dritte große Stausee des Tages sichtbar wird: die Presa Cuevas de Las Niñas

Die Cascada Bonita liegt bei Soria und zählt zu den eindrucksvollsten Wasserfällen Gran Canarias.
Die Cascada Bonita liegt bei Soria und zählt zu den eindrucksvollsten Wasserfällen Gran Canarias.

An der Kreuzung zur Staumauer steht der legendäre Pino de Casandra – ein mächtiger Kiefernbaum, um den sich Volkslegenden ranken. Die bekannteste erzählt von der Hexe Casandra, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben soll. In Mondnächten soll man in dieser Gegend noch das Rasseln von Ketten hören können. Der Weg hält sich rechts und verlässt den S-60 – ein Stück bergauf.

Blick auf den trocken gefallenen Niñas-Stausee.
Blick auf den trocken gefallenen Niñas-Stausee.

Abschnitt 4: Abstieg durch den Barranco de Soria

Dies ist der schwierigste Abschnitt der gesamten Route. Der Abstieg in die Schlucht Barranco de Soria führt durch dichtes Gebüsch und über einen Weg, der auf ca. 800 Metern durch Erdrutsche und dichte Vegetation zeitweise unübersichtlich wird. Das GPS-Signal kann hier verloren gehen – Orientierung anhand von bewirtschafteten Terrassen, Pfaden mit niedergetrampelter Vegetation und einer Bewässerungsleitung, die immer Richtung El Puntón führt.

Die Cueva del Péndulo liegt eingebettet in das Felsmassiv im Barranco de Soria.
Die Cueva del Péndulo liegt eingebettet in das Felsmassiv im Barranco de Soria.

Der Weg führt an alten Höhlen und traditionellen Häusern vorbei und überquert die Schlucht über eine kleine Steinbrücke bei Los Portugueses. Ab dem Puntón de los Portugueses wird der Weg wieder deutlicher – ein steiler, aber bewachsener Aufstieg.

Das Panorama der Soria-Schlucht zeigt die charakteristische Schluchtenlandschaft im Bergland Gran Canarias.
Das Panorama der Soria-Schlucht zeigt die charakteristische Schluchtenlandschaft im Bergland Gran Canarias.

Abschnitt 5: Kleine Stauseen und Rückweg zum Chira

Ab dem Puntón de los Portugueses führt der Weg über einen Feldweg zurück in Richtung Chira-Hochland. Noch einmal begleiten kleinere Wasserbauwerke, Bewässerungskanäle und Speicherbecken die Route, bevor schließlich der Chira-Stausee und der Ausgangspunkt wieder erreicht werden. Eine der eindrucksvollsten Wanderungen Gran Canarias geht zu Ende.

Die Presa Manuel Navarro ist ein Stausee im Bergland Gran Canarias.
Die Presa Manuel Navarro ist ein Stausee im Bergland Gran Canarias.

Die drei großen Stauseen: Chira, Soria und Las Niñas

Die Presa de Chira gehört zu den wichtigsten Stauseen im Inselinneren Gran Canarias. Sie liegt auf rund 940 Metern Höhe und wurde 1951 fertiggestellt. Mit einem Fassungsvermögen von etwa 5,6 Millionen Kubikmetern ist sie deutlich kleiner als die Presa de Soria. Gemeinsam mit weiteren Speicherbecken und Kanälen ist sie Teil des historischen Wasserversorgungssystems, das seit Jahrzehnten die Landwirtschaft im Süden der Insel unterstützt.

Die Presa de Soria ist mit einem Fassungsvermögen von rund 32 bis 33 Millionen Kubikmetern der größte Stausee Gran Canarias und zugleich einer der größten der Kanarischen Inseln. Das türkisfarbene Wasser bildet einen eindrucksvollen Kontrast zu den steilen Basaltwänden der Schlucht. Die 42 Meter hohe Staumauer zählt zu den markantesten Bauwerken im Inselinneren.

Die Presa de las Niñas liegt eingebettet in die Berglandschaft im Inneren Gran Canarias.
Die Presa de las Niñas liegt eingebettet in die Berglandschaft im Inneren Gran Canarias.

Die Presa de Las Niñas liegt eingebettet in einen ausgedehnten Kanarenkiefernwald und ist vor allem wegen ihrer landschaftlich reizvollen Lage beliebt. Besonders nach regenreichen Wintern spiegeln sich die Kiefern im Wasser und verleihen dem Stausee eine außergewöhnlich ruhige Atmosphäre.

Flora und Fauna: Kanarienkiefern, Tabaibas und Geier

Die Route durchquert sehr unterschiedliche Vegetationszonen: Im Hochland um den Chira-Stausee wachsen Kanarische Kiefern (Pinus canariensis). Im Barranco de Soria sind Obstgärten, Feigenbäume und wilde Palmen in alte Terrassengärten eingebettet. Auf den Felsflankn rund um den Soria-Stausee wachsen Tabaibas und Cardonales. Die Kanarische Eidechse (Gallotia stehlini) ist auf den Felsen allgegenwärtig.

Der Schmutzgeier kommt auf Gran Canaria noch in kleinen Beständen vor und zählt zu den seltensten Greifvögeln der Insel.
Der Schmutzgeier kommt auf Gran Canaria noch in kleinen Beständen vor und zählt zu den seltensten Greifvögeln der Insel.

In den Felswänden des Risco Agujero und über dem Stausee Soria kreisen Geier und Turmfalken. Im Barranco de Soria sind Kanarengirlitze und Steinschmätzer zu hören.

Beste Reisezeit

Herbst (Okt–Nov)Stauseen gut gefüllt nach ersten Regen – optimale Bedingungen
Winter (Dez–Feb)Kühl, gute Sicht, hoher Wasserstand – beste Jahreszeit
Frühling (Mär–Apr)Angenehme Temperaturen, grüne Schlucht – sehr gut
Sommer (Jun–Sep)Extreme Hitze im Barranco de Soria – nur mit sehr frühem Start und 3+ Liter Wasser

Wichtig

Im Sommer im Barranco de Soria kann die Temperatur auf über 40 Grad steigen. Frühstart vor 7 Uhr und mindestens 3 Liter Wasser sind im Sommer unverzichtbar.

Die Presa de las Niñas liegt eingebettet in die Berglandschaft im Inneren Gran Canarias.
Schafe am Wanderweg durchs Barranco de Soria.

Ausrüstung

SchuhwerkFeste Bergwanderschuhe – steile Abstiege, loses Geröll, dichtes Gebüsch
Wasser und ProviantMindestens 2–3 Liter Wasser – keine Versorgung unterwegs
GPS-TrackPflicht – Signal kann auf zwei Abschnitten verloren gehen
SchwindfreiheitPflicht – exponierte Aussichtspunkte, steile Hänge
SonnenschutzHut, Brille, Creme – Barranco de Soria ohne Schatten
RegenschutzLeichter Regenschutz – Gewitter im Herbst möglich

Kombinationsmöglichkeiten

Soria Rundwanderung13,3 km, moderat – von Soria rund um den Chira-See
Cascada Bonita solo12,5 km, moderat – Wanderung im Barranco de Soria
Cruz Grande → Soria12,3 km, moderat – von der Passhöhe hinunter
Soria Stausee POIBesuch der Staumauer und des Ortes Soria – ohne Wanderung, per Auto
Das Wasserbecken an der Cascada Bonita liegt am Fuß des Wasserfalls.
Das Wasserbecken an der Cascada Bonita liegt am Fuß des Wasserfalls.

GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track – inklusive Höhenprofil, Wegpunkte, GPX-Download – findet man auf der Routenseite bei Sunhikes:

Zur Routenseite auf Sunhikes: Die 3 große Stauseen Rundwanderung Gran Canaria

Wer die Route individuell anpassen möchte, kann das im 3D-Routenplaner von Sunhikes tun:

Eigene Route planen – 3D-Routenplaner von Sunhikes

Praktische Tipps

GPS-Track Pflicht: Auf zwei Abschnitten im Barranco de Soria kann das GPS-Signal verloren gehen. Den Track vorab herunterladen und offline verfügbar machen.

Barranco de Soria: Der Aufstieg aus der Schlucht ist der anspruchsvollste Abschnitt. Bewirtschaftete Terrassen und Wassergräben als Orientierungshilfe nutzen – sie führen immer Richtung El Puntón.

Früher Start: 5:30 bis 6:30 Stunden Gehzeit bedeuten: Vor 7 Uhr starten. Im Sommer ist ein früher Start überlebenswichtig – die Schlucht wird nachmittags zur Hitzefalle.

Cascada Bonita: Nach starken Regenfällen verwandelt sich die Cascada Bonita in ein spektakuläres Schauspiel. In der Trockenzeit ist sie eine stille Felswand – trotzdem sehenswert.

Blick über die Soria-Schlucht bis zum Roque Nublo.
Blick über die Soria-Schlucht bis zum Roque Nublo.

Häufige Fragen zur großen Stauseen-Rundwanderung

Was ist der größte Stausee Gran Canarias?

Der Stausee Soria (Presa de Soria) ist der größte Stausee der Kanarischen Inseln mit einer Kapazität von über 32 Millionen Kubikmetern. Das türkisblaue Wasser und die senkrechten Felswände der umgebenden Schlucht machen ihn zu einem der malerischsten Stauseen der Insel.

Was ist der Pino de Casandra?

Der Pino de Casandra ist ein mächtiger Kiefernbaum an der Kreuzung zur Staumauer der Presa Cuevas de Las Niñas. Um ihn ranken sich Volkslegenden – die bekannteste erzählt von der Hexe Casandra, die einen Teufelspakt einging. In Mondnächten soll man in der Gegend das Rasseln von Ketten hören können.

Ist die Wanderung wirklich schwer oder übertrieben?

Die Einstufung als schwer ist gerechtfertigt: 15,5 Kilometer, 1.002 Höhenmeter auf und ab, streckenweise wegloses Gelände im Barranco de Soria, GPS-Ausfall möglich. Wer regelmäßig anspruchsvolle Bergwanderungen macht, meistert die Tour gut. Für Einsteiger ist diese Runde nicht geeignet.

Wie groß ist der Chira-Stausee?

Die Presa de Chira fasst rund 5,6 Millionen Kubikmeter Wasser und gehört damit zu den bedeutenden Wasserspeichern im Inselinneren Gran Canarias. Deutlich größer ist die Presa de Soria mit rund 32 bis 33 Millionen Kubikmetern Speichervolumen.

Warum gilt diese Wanderung als anspruchsvoll?

Die Drei-Stauseen-Runde verlangt nicht nur über 1.000 Höhenmeter, sondern führt im Barranco de Soria auch durch einen teilweise verwilderten Abschnitt mit undeutlichen Pfadspuren. Nach Starkregen können Erdrutsche und dichte Vegetation die Orientierung zusätzlich erschweren. Gute Kondition, Trittsicherheit sowie ein offline verfügbarer GPS-Track sind deshalb empfehlenswert.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

Weiterführende Informationen zu Gran Canaria und seinen Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Insel:

www.sunhikes.com