Von Cruz Grande zum Chira-Stausee: Der S-60 durch den Pilancones-Naturpark

Der Wanderweg S-60 gehört zu den schönsten Höhenwegen Gran Canarias. Er verläuft im Grenzbereich zwischen dem geschützten Hochland des Parque Rural del Nublo und dem ausgedehnten Parque Natural de Pilancones – auf einem aussichtsreichen Kammweg, der das Inselinnere von seiner ruhigen Seite zeigt. Die Wanderung von der Degollada de la Cruz Grande zum Stausee Presa de Chira führt durch lichte Kanarenkiefernwälder, über historische Bergpässe und vorbei an markanten vulkanischen Gesteinsformationen, bis sich schließlich der Chira-Stausee zwischen den Bergen öffnet.

Blick Richtung Degollada de la Cruz Grande – Startpunkt der Wanderung.
Blick Richtung Degollada de la Cruz Grande – Startpunkt der Wanderung.

8,6 Kilometer, 327 hm Aufstieg und 648 hm Abstieg, moderat. Die Route ist eine Strecke – sie endet an der GC-604. Wer das Auto an der Cruz Grande geparkt hat, hat zwei Optionen: Rücktransfer per Taxi, oder den Rückweg auf dem SLCC und S-82 durch das Barranco de la Plata (3 km auf der GC-604, dann 3,4 km bergauf zurück zur Cruz Grande).

Wanderung Cruz Grande – Presa de Chira auf einen Blick

Streckenlänge8,6 km (Strecke – kein Rundweg)
Schwierigkeitmoderat – leicht zu folgen, trittsicher
Gehzeitca. 2:30 bis 3:15 Stunden
Höhenmeter Aufstieg327 hm
Höhenmeter Abstieg648 hm
Höchster Punkt1.307 m (Startpunkt Degollada de la Cruz Grande)
Niedrigster Punkt909 m (Ankunft GC-604 / Chira-See)
StartpunktDegollada de la Cruz Grande, GC-60, San Bartolomé de Tirajana
EndpunktGC-604, nahe Cercados de Araña am Chira-Stausee
WegmarkierungS-60, SLCC, S-82
RoutentypStrecke – Rücktransfer oder Rückweg SLCC/S-82 einplanen
SchutzstatusParque Natural de Pilancones
Beste ReisezeitOktober bis April – ganzjährig möglich
WasserProviant und Wasser für die gesamte Tour mitbringen
BesonderheitS-60-Kammweg + Bergpässe + Pilancones-Naturpark + Presa de Chira
Eine schlanke Basaltspitze ragt aus dem Kiefernwald des Parque Natural de Pilancones.
Eine schlanke Basaltspitze ragt aus dem Kiefernwald des Parque Natural de Pilancones.

Anfahrt und Startpunkt

Der Startpunkt liegt an der Degollada de la Cruz Grande an der Landstraße GC-60, auf der Passhöhe zwischen San Bartolomé de Tirajana und dem Hochland. Von Las Palmas über die GC-21 und GC-60. Von Maspalomas über San Bartolomé und die GC-60 bergauf. Parkplatz am Aussichtspunkt. Aktuelle Busverbindungen unter Guaguasglobal.com – Busverbindungen San Bartolomé de Tirajana / Cruz Grande

Rücktransfer: Da die Route als Strecke endet, entweder zweites Fahrzeug an der GC-604 (nahe Cercados de Araña) parken, oder Rückweg auf dem SLCC und S-82 durch das Barranco de la Plata (ca. 6,4 km, gut erkennbar).

Die Wanderung in vier Abschnitten

Die Route folgt durchgehend der Ausschilderung S-60 in Richtung Chira – leicht zu folgen, guter Wegzustand.

Abschnitt 1: Cruz Grande – Forsthaus – Degollada del Dinero

An der Degollada de la Cruz Grande beginnt der Wanderweg S-60 Richtung Chira. Nach 100 Metern befindet sich hinter dem Forsthaus ein Aussichtspunkt auf den Naturpark Pilancones – die Waldlandschaft breitet sich tief unten aus. Man folgt der Beschilderung S-60 Ruta las Presas in Richtung Stausee Chira und Degollada del Dinero auf einer leicht ansteigenden Asphaltstraße, dann weiter auf einem Waldweg.

Wanderweg S-60 durch den Kiefernwald des Pilancones-Naturparks.
Wanderweg S-60 durch den Kiefernwald des Pilancones-Naturparks.

Unterwegs sind alte vulkanische Dämme zu sehen – Reste früherer geologischer Aktivität, die heute als markante Linien durch den Kiefernwald verlaufen. An der Degollada del Dinero – einem historischen Kreuzungspunkt alter Inselwege – stehen Informationstafeln mit Bergnamen: Morro Santiago, Montaña Alsándara, El Paso de la Plata und El Puntón del Paso.

Wanderweg S-60 durch den Kiefernwald des Pilancones-Naturparks.
Der Wanderpfad schlängelt sich durch den Naturpark Pilancones.

Abschnitt 2: Morro del Guirre und Bergpässe

Weiter geradeaus auf dem S-60 Richtung Chira und Soria bis zum Wegweiser Degollada del Dinero. Man durchquert gleich darauf die Schlucht Barranco de la Cueva de Millares unterhalb des Morro del Guirre – von hier aus sieht man den 1.301 m hohen Gipfel deutlich. An der nächsten Weggabelung rechts bergab in Richtung Chira.

Schroffe Basaltwände prägen den Morro del Guirre.
Schroffe Basaltwände prägen den Morro del Guirre.

Auf dem Kammweg geht es zunächst zur Degollada de Cho Benito. Von dort einen kurzen Hügel hinauf – und plötzlich liegt das Cercados de Araña und der Stausee Presa de Chira vor einem. Ein Moment, der die ganze Wanderung lohnt. Der Rückweg von hier führt über die Degollada bajo Los Picachos.

Aussicht auf Ort den Cercados de Araña bei der Degollada de Llana Hidalgo.
Aussicht auf Ort den Cercados de Araña bei der Degollada de Llana Hidalgo.

Abschnitt 3: Degollada del Sordo und letzter Abstieg

Weiter auf dem S-60 ohne abzubiegen bis zur Degollada de Pedro Abad – von hier überblickt man den Südosten der Insel Richtung Barranco de Ayagaures. Dann weiter zur Degollada de Los Chicharros und vorbei am Alto de Cho Eusebio bis zur Degollada del Sordo auf 1.130 Metern.

Die Degollada del Sordo bietet einen Ausblick auf den Roque Nublo, einen der bekanntesten Felsmonolithen Gran Canarias.
Die Degollada del Sordo bietet einen Ausblick auf den Roque Nublo, einen der bekanntesten Felsmonolithen Gran Canarias.

Hier öffnet sich ein schöner Blick auf den Stausee von Chira. Gegenüber liegt die Schlucht Barranco del Arco und dahinter die 1.246 m hohe Montaña de Las Tórtolas. Ein unmarkierter Pfad führt ostwärts zum Morro de la Hierbahuerto – die beschriebene Route folgt aber dem S-60, der zur Piste wird.

Blick auf den Stausee von Chira.
Blick auf den Stausee von Chira.

Abschnitt 4: Ankunft am Chira-Stausee

Die Piste führt bergab bis zur Landstraße GC-604, die nach Cercados de Araña am Stausee von Chira führt. Am Stausee angekommen, empfängt einen ein weites Panorama: das türkisblaue Wasser des Chira-Sees, eingerahmt von Kiefernhängen und Bergkämmen. Hier bietet sich eine ideale Rast mit Blick über den Chira-Stausee und die umliegenden Bergketten an.

Bergpanorama beim Abstieg zum Chira-See.
Bergpanorama beim Abstieg zum Chira-See.

Wer den Rückweg auf dem SLCC und S-82 wählt: 3 Kilometer auf der GC-604 bis zur Kurve und der Brücke über den Barranco de la Plata, dann 3,4 Kilometer auf dem gut erkennbaren Weg bergauf zurück zur Degollada de la Cruz Grande.

Am Ziel der Wanderung, dem Stausee von Chira.
Am Ziel der Wanderung, dem Stausee von Chira.

Der Parque Natural de Pilancones: Kanariens stiller Süd-Kiefernwald

Der Parque Natural de Pilancones gehört zu den stillsten Naturräumen Gran Canarias. Sein ausgedehnter Kanarenkiefernwald erstreckt sich über die südlichen Berghänge der Insel und grenzt im Hochland an den Parque Rural del Nublo. Im Gegensatz zu den bekannteren Wandergebieten rund um den Roque Nublo begegnet man hier oft stundenlang nur wenigen Menschen.

Lichter Kiefernwald im Parque Natural de Pilancones.
Lichter Kiefernwald im Parque Natural de Pilancones.

Der Wanderweg S-60 verläuft über weite Strecken im Grenzbereich beider Schutzgebiete und folgt einem aussichtsreichen Höhenrücken. Von den Passübergängen reicht der Blick über die Bergwelt des Inselinneren bis zu den tief eingeschnittenen Schluchten im Süden und bei klarer Sicht sogar bis zum Atlantik.

Flora entlang des S-60

Der Kiefernwald des S-60 wird von Kanarischen Kiefern (Pinus canariensis) dominiert. Im Unterwuchs wachsen Zistrosen (Cistus), Schwarzer Natternkopf (Echium callithyrsum), Kanarischer Geißklee, Bittere Wolfsmilch (Euphorbia regis-jubae) und Aeonium-Arten. In den Bachbetten entlang der Schlucht wächst Schilf.

Beste Reisezeit

Herbst (Okt–Nov)Angenehme Temperaturen, gute Sicht – sehr empfehlenswert
Winter (Dez–Feb)Kühl, Kiefernwald intensiv grün, ruhig – sehr gut
Frühling (Mär–Mai)Zistrosenblüte, milde Temperaturen – ideal
Sommer (Jun–Sep)Heiß – früh starten; Kiefernwald angenehm kühl

Ausrüstung

SchuhwerkFestes Schuhwerk – Kammweg, felsige Abschnitte
Wasser und ProviantFür 2:30–3:15 Stunden – keine Versorgung unterwegs
SonnenschutzHut, Brille, Creme – offene Kammabschnitte
Wind-/RegenschutzLeichte Jacke – Passhöhen können windig sein
RücktransferTaxi von GC-604 oder Rückweg SLCC/S-82 einplanen

Kombinationsmöglichkeiten

Pico de las Nieves → Cruz Grande7,9 km, moderat – großartige Strecke vom Dachgipfel bis zur Passhöhe
Cruz Grande → Soria (Tunnel)13,9 km, schwer – durch den geheimnisvollen Chira-Tunnel
Chira-Rundwanderung von Soria13,3 km, moderat – Chira komplett umrunden
Cercados de ArañaKleiner Weiler am Chira-Stausee – Einkehrmöglichkeiten nur eingeschränkt bzw. mit wechselnden Öffnungszeiten
Weg durch den einen Kilometer langen Chira-Tunnel.
Weg durch den einen Kilometer langen Chira-Tunnel.

GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track – inklusive Höhenprofil, Wegpunkte, GPX-Download – findet man auf der Routenseite bei Sunhikes:

Zur Routenseite auf Sunhikes: Wandern vom Cruz Grande zum See Presa de Chira auf Gran Canaria

Wer die Route individuell anpassen möchte, kann das im 3D-Routenplaner von Sunhikes tun:

Eigene Route planen – 3D-Routenplaner von Sunhikes

Praktische Tipps

Rücktransfer planen: Die Wanderung endet an der GC-604. Am einfachsten ist ein zweites Fahrzeug oder ein vorab organisiertes Taxi. Alternativ führt der Rückweg über den SLCC und S-82 durch das Barranco de la Plata zurück zur Cruz Grande (ca. 6,4 km zusätzlich).

Forsthaus-Aussichtspunkt: Bereits nach wenigen Minuten erreicht man hinter dem Forsthaus einen schönen Aussichtspunkt über den Naturpark Pilancones.

Beschilderung: Der S-60 ist durchgehend gut ausgeschildert. Einfach der Beschilderung Richtung Chira folgen.

Verpflegung: Im Bereich von Cercados de Araña sollte man sich nicht auf eine geöffnete Einkehrmöglichkeit verlassen. Deshalb ausreichend Wasser und Proviant für die gesamte Tour mitnehmen.

Blick auf die Presa de Chira mit Staumauer.
Blick auf die Presa de Chira mit Staumauer.

Häufige Fragen zur Wanderung Cruz Grande – Presa de Chira

Was ist die Degollada de la Cruz Grande?

Die Degollada de la Cruz Grande ist ein historischer Bergpass an der GC-60 auf der Wasserscheide zwischen der Caldera de Tirajana und dem Chira-Becken. Hier kreuzen sich alte Handelswege – und von hier aus beginnen mehrere der schönsten Wanderungen des Hochlandes Gran Canarias. Ein Informationspunkt erklärt die historische Bedeutung.

Was ist der Parque Natural de Pilancones?

Der Parque Natural de Pilancones ist ein Naturpark im Süden Gran Canarias mit einem ausgedehnten Kanarischen Kiefernwald. Er grenzt an den Parque Rural del Nublo und erstreckt sich vom Hochplateau Cruz Grande bis in die südlichen Schluchten. Die Route verläuft an seiner östlichen Grenze.

Kann man die Tour als Rundwanderung gehen?

Die Tour ist als Strecke konzipiert. Ein Rückweg ist möglich auf dem SLCC und S-82 durch das Barranco de la Plata: 3 km auf der GC-604, dann 3,4 km bergauf zurück zur Cruz Grande. Dieser Rückweg ist gut erkennbar und verlängert die Tour um ca. 6,4 km.

Verläuft der S-60 durch den Parque Natural de Pilancones?

Ja. Die Wanderung führt über weite Strecken durch beziehungsweise unmittelbar am Rand des Parque Natural de Pilancones. Gleichzeitig verläuft der Weg im Grenzbereich zum Parque Rural del Nublo und verbindet beide Landschaftsräume über einen aussichtsreichen Höhenrücken.

Gibt es am Chira-Stausee eine Einkehrmöglichkeit?

Im kleinen Weiler Cercados de Araña gab es zeitweise gastronomische Angebote. Da Öffnungszeiten jedoch stark variieren und Betriebe zeitweise geschlossen sein können, sollte man nicht fest mit einer Einkehr rechnen. Für die Wanderung empfiehlt es sich deshalb, ausreichend Getränke und Verpflegung mitzunehmen.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com. Stand: Juli 2026.

Weiterführende Informationen zu Gran Canaria und seinen Wanderwegen finden sich auf Sunhikes, dem Wanderportal mit detaillierten Beschreibungen aller Touren der Insel:

www.sunhikes.com